Heidepflege

Die Heiden im Großen Moor zählen zu den EU-weit geschützten FFH-Lebensraumtypen „Feuchte Heiden des nordatlantischen Raums mit Erica Tetralix“ (FFH-LRT 4010) und „Trockene europäische Heiden“ (FFH-LRT 4030). Sie bilden einen großen Anteil der Offenlandflächen im Naturschutzgebiet und bieten zahlreichen charakteristischen Arten der offenen bis halboffenen Moorlandschaft wichtige Lebensraumstrukturen. Hierzu zählen beispielsweise die gefährdeten und geschützten Arten Kreuzotter (Vipera berus), Moorfrosch (Rana arvalis) oder Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus).

Aufgrund von Entwässerungsmaßnahmen sind die Heideflächen jedoch durch das Aufkommen von Gehölzen bzw. die einsetzende Bewaldung gefährdet. Nachdem sich im Großen Moor die Torfindustrie zurückgezogen hat, haben sich auf den Flächen zunächst offene Heiden und Pfeifengrasfluren entwickelt. Im Laufe der Jahre haben sich auch Gehölze angesiedelt, sodass neben offenen Bereichen auch Flächen mit hohen Gehölzbeständen vorhanden sind. In der Folge verlieren die offenen bis halboffenen Teilräume an Größe, was sich negativ auf die Populationsentwicklung der oben genannten Arten auswirkt. Hinzu kommt, dass durch die zunehmende Bewaldung die offenen Flächen immer weiter verinseln. Dadurch werden die Populationen beispielsweise der Kreuzotter zunehmend isoliert und somit der genetische Austausch zwischen den Teilpopulationen eingeschränkt.

Um den offenen Charakter der Moorlandschaft zu erhalten, werden daher zahlreiche Heideflächen vor allem im Rahmen von Arbeitseinsätzen mit Schulklassen und Firmen von uns entkusselt. Dies umfasst vor allem das schonende und nachhaltige Entfernen des Gehölzaufwuchses in Handarbeit mit Spaten und Astschere. Dadurch wird neben den Erhalt der Heide die weitere Degradierung des Moores gemindert und die Freisetzung klimaschädlicher Gase reduziert.