Torfmoose (Sphagnum spec.) sind ein wichtiger Teil der Flora von Mooren. Sie bilden den Großteil der über die Jahrtausende entstandenen Torfmächtigkeit und tragen maßgebend zur Bindung von Kohlenstoff bei. Allerdings etablieren sich die Torfmoose auf den ehemaligen Abtorfungsflächen im Großen Moor nur sehr zögerlich. Deshalb werden von uns seit vielen Jahren als Initiale Wollgräser gepflanzt und kleinflächig Torfmoose ausgebracht. Die Erfahrungen in den vergangenen Jahren zeigen, dass dadurch eine positve Entwicklung bis hin zur Etablierung moortypischer Vegetationsbestände erzielt werden kann.
Um ausreichend Pflanzmaterial für die Wiederansiedlung zur Verfügung zu stellen, werden von uns Wollgräser und Torfmoose vermehrt. Während die Wollgräser auf Pflanztischen angezüchtet werden, konnten im Rahmen eines Projektes zur Vermehrung von Torfmoosen sogenannte Schwimmträger entwickelt werden. Diese schwimmen in den wassergefüllten Renatuierungsbecken und gewährleisten so eine ganzjährige Wasserversorgung der Torfmoospflanzen. Ergänzend wurden im Rahmen eines weiteren Projektes zwei Paludikulturflächen angelegt, auf der die Vermehrung moortypischer Pflanzenarten erprobt wird. Neben den Torfmoosen bieten sich diese Flächen unter anderem auch für die Vermehrung der Glocken-Heide (Erica tetralix) und des Schmalblättrigen Wollgrases (Eriophorum angustifolium) an.
Die Ernte der Pflanzen erfolgt in Handarbeit. Dazu werden die oberen Teile der Torfmoose abgeschnitten und in Wannen zu den Ausbringungsstandorten gebracht. Dort werden die Torfmoose in kleinen „Klumpen“ zwischen die vorhandene Vegetation gesetzt. Zu den Ausbringungsstandorten zählen die Renaturierungsbecken der Torfindustrie und unsere Wiedervernässungsflächen am Sauerbach und am Stüder Heudamm.
Durch die Vermehrung und Wiederansiedlung der Torfmoose und weiterer hochmoortypischer Pflanzenarten wird die Regeneration des Moores befördert und die Aufnahme und dauerhafte Speicherung von Kohlenstoff wieder aktiviert.