Wiedervernässung

Die Wiedervernässung ist für die Reaktivierung unserer oft entwässerten Moore unerlässlich. Nur indem sie wieder Wasser halten können, kann die Zersetzung des Torfkörpers gestoppt und das Moor dauerhaft erhalten sowie im Idealfall die Moorentwicklung wieder in Gang gesetzt werden. Im Großen Moor ist eine vollständige Wiedernässung aufgrund der vorhandenen Infrastruktur wie Straßen und Bebauung nicht möglich. Hier kann nur in Teilbereichen wiedervernässt werden. Aktuell hat der NABU im Großen Moor drei Teilbereiche, in denen ehemalige Abtorfungsflächen wieder vernässt werden. Darüber hinaus gibt es noch eine Wiedervernässungsmaßnahme des NLWKN.

Wiedervernässung am Sauerbach

Im nördlichen Teil des Großen Moores im Bereich des Sauerbaches ist der Torfabbau seit vielen Jahren beendet. Dort sind wir seit 2013 bei der Wiedervernässung von ehemaligen Abtorfungsflächen aktiv. Die Wiedervernässungsbereiche liegen südlich des Sauerbaches und haben insgesamt eine Größe von etwa 165 Hektar. Ziel der dort durchgeführten Maßnahmen ist es, den Moorwasserhaushalt durch die Einleitung von Wasser aus dem Sauerbach zu stabilisieren und die Entwicklung moortypischer Vegetationsbestände zu fördern. Dazu wurden zwei Auslassbauwerke am Sauerbach gebaut, mit denen der Zulauf des Wassers in den südlich gelegenen Bereich gesteuert wird. Um das Wasser im Gelände zu halten und möglichst große Teile des Gebietes zu vernässen, wurden seit 2013 mehrere Verwallungen gebaut.

Wiedervernässung am Stüder Heudamm

Im zentralen Bereich des Großen Moores gibt es eine weitere Wiedervernässungsfläche. Mit etwa 900 Metern Länge und 30 Metern Breite hat sie eine Größe von rund 2,7 Hektar. Bis im Jahr 2017 konnte in der tiefer gelegenen Fläche regelmäßig ein höherer Wasserstand festgestellt werden. Die Vegetation war geprägt von Gewöhnlichem Pfeifengras (Molinia caerulea), Schmalblättrigem Wollgras (Eriophorum angustifolium) und Scheidigem Wollgras (Eriophorum vaginatum), vereinzelt konnten auch Torfmoose (Sphagnum spec.) festgestellt werden.

Die Wollgrasbestände sind seit 2018 jedoch immer weiter zurückgegangen, da die Fläche aufgrund der insgesamt niedrigen Niederschlagsmengen im Jahresverlauf zunehmend trockener geworden ist. Um die weitere Austrocknung zu verhindern, wurden im Jahr 2022 mehrere bauliche Maßnahmen umgesetzt. Ziel ist es, durch eine geregelte Wiedervernässung wieder naturnahe Moorwasserstände herzustellen und die Entwicklung der Torfmoos-, Wollgras- und Moorheidebestände zu fördern.

Durch den Bau einer Stauanlage in einem nördlich gelegenen Graben wird nun ganzjährig Wasser in die Fläche geleitet und im Moor gehalten. Durch zwei Querverwallungen wird die Wiedervernässungsfläche gekammert und der Wasserstand durch regulierbare Überläufe gesteuert.

Wiedervernässung Westerbeck

Im Süden des Großen Moores gibt es zwei besondere Wiedervernässungsflächen. Hierbei handelt es sich um Paludikulturflächen, die für die Vermehrung von moortypischen Pflanzen genutzt werden. Dazu zählen Torfmoose, Wollgras und Heide, die für die Renaturierung von Abbauflächen verwendet werden. Damit die Pflanzen dort gedeihen können, wurden in den Jahren 2020 und 2021 Maßnahmen zur Herrichtung der Flächen und zur Anhebung des Wasserstandes durchgeführt.

Wiedervernässung des NLWKN

Weitere Informationen zu dieser Wiedervernässungsmaßnahme finden sich auf den Seiten des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz:

www.nlwkn.niedersachsen.de/klimo-suedheide/optimierung-des-wasserhaushaltes-in-ausgewahlten-mooren-in-der-sudheide-193741.html